Wortbedeutung Nörgeln

Wenn das Gegenüber einmal wieder nörgelt oder herumgackert, denken Sie sich vielleicht nur „bok bok bok„. Vermutlich steckt aber mehr dahinter, als das reine Gackern und Nörgeln. Wir möchten daher den Versuch wagen, die Bedeutung des Wortes aufzuklären:

1. Was bedeutet das Wort Nörgeln?

Nörgeln bezeichnet ein kleinliches und fortwährendes Kritisieren, das in der Regel auf einer grundsätzlichen Unzufriedenheit beruht. Dementsprechend geht das Nörgeln oft mit einer mürrischen und griesgrämigen Haltung einher, sodass der Nörgelnde durchaus störend oder unangenehm auf seine Umwelt wirkt. Dies wird durch die penetrante Wiederholung der abwertenden Kritik verstärkt, die dadurch als nervtötend und zermürbend wahrgenommen werden kann. Das Objekt der Beantstandungen kann sächlich, lebendig oder abstrakt sein. So kann beispielsweise über das Essen, den Koch oder den Hunger an sich genörgelt werden. Des Weiteren ist es möglich, dass der Fokus der Kritik veränderlich ist und gleichsam über alles und jeden genörgelt wird. Auf der anderen Seite kann das ständige Bemängeln nur eines Sachverhaltes oder einer Person im Vordergrund stehen, die Nörgelei scheint dann aus einer partiellen Unzufriedenheit zu erwachsen, beispielsweise mit dem Partner, den Ausflugsplänen oder dem Job. Da Nörgeln zumeist eine sich wiederholende Tätigkeit meint, kann sie durchaus ihr Motiv ändern. Eine verhasste Arbeit aufzugeben, könnte das Jammern oder Meckern beenden. Die ruhige, stete Nörgelei findet jedoch häufig einen neuen Gegenstand des Unmuts.

2. Woher stammt das Wort Nörgeln?

Das Wort „nörgeln“ hat seinen Ursprung im Mitteldeutschen und leitet sich unter anderem von dem noch heute im Duden aufgeführten „nergeln“ ab, das undeutlich sprechen und knurren, aber auch keifen, kritteln und mit verdrießlichem, nasalem Unterton tadeln bedeuten konnte. Heutzutage wird nergeln als veraltetes Synonym von nörgeln betrachtet. Dieses Wort gelangte Ende des 17. Jahrhunderts ins Hochdeutsche, wobei weiterhin Formen wie nirgeln, nörgeln und nürgeln gebräuchlich waren. Johann Christopf Adelung nahm „nörgeln“ in sein 1774-1786 verfasstes Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart auf. Dort wird es als „mürrisch seinen Unwillen darlegen“ beschrieben. Zugleich sei es eine Ableitung von knurren und brummen und meine somit ein sanfteres Zanken und Keifen, was durch das Wort „nörgeln“ auch lautmalerisch nachgeahmt werde.
Jacob und Wilhelm Grimm führen das Wort auf das niederdeutsche „nurken“ zurück, das sich wiederum aus dem älteren „norren“ entwickelt habe. Auch hier wird die lautliche Ähnlichkeit mit dem „murren“ deutlich.

Rekonstruiert, allerdings nicht belegbar ist die Ableitung von der indoeuropäischen Wurzel „sner/snur“. Sowohl knurren und murren als auch schnarchen, schnarren und schnurren sollen hierauf zurückzuführen sein. Dies entspricht dem heutigen „nörgeln“ sowohl aufgrund des widerwilligen Murrens als auch der meist leise und kaum aggressiv, gleichsam schnurrend geäußerten Kritik. Besonders hervorzuheben ist die Verwandtschaft mit dem Wort „schnarchen“, das ebenso wie „nörgeln“ durch stete Wiederholung und eine störende Wirkung auf die Mitmenschen gekennzeichnet ist.

3. Synonyme für das Wort Nörgeln:

Für das eher als umgangssprachlich einzustufende Verb „nörgeln“ existiert in der deutschen Sprache gleich eine Vielzahl an Synonymen. Das macht es relativ einfach, der Verwendung von „nörgeln“ aus dem Weg zu gehen. Allerdings kann es je nach Anliegen eines Textes auch besonders gewünscht sein, dass man den eher umgangssprachlichen Charakter dieser Vokabel bewusst einsetzen möchte.

An Alternativen mangelt es jedoch auf keinen Fall. Eines der besten Synonyme für „nörgeln“ ist sicher der Ausdruck „herumkritisieren“, weil es ebenfalls den Aspekt des Ständigen beinhaltet.

Eine andere Optionen besteht aus den beiden etwa gleich stark einzustufenden Verben „bekritteln“ und „bemäkeln“. Diese könnte man in etwa für identische Zwecke als Ersatz für die Vokabel „nörgeln“ heranziehen.

Während in der Schweiz die Vokabel „reklamieren“ auch im Sinne von „nörgeln“ verwendet wird, ist dies in Deutschland und Österreich nicht so gegeben. Dafür kennt man in Bayern und Österreich die auch sehr stimmungsvolle Tätigkeit des „Grantelns“, womit nichts anderes als nörgeln gemeint ist. Allerdings ist diese Alternative nicht überall ein Begriff, wird also nicht unbedingt immer verstanden.

Weitere Optionen sind u. a. herummeckern, mäkeln oder murren, die auch wieder in sich sehr ähnliche Konnotationen besitzen. Dazu kommt dann auch wieder eher umgangssprachlich mosern, maulen oder motzen.

Etwas derber wird es dann bei der Verwendung eines der beiden Ausdrücke des „abkotzen“ oder sich über etwas (oder jemanden) auskotzen. Damit erreicht der Sprecher oder Autor schon eine deutlich stärkere Wirkung als bei der ursprünglichen Vokabel „nörgeln, für die es neben den hier genannten zudem noch viele weitere Synonyme gibt, die hier alle aufzuzählen den Rahmen sprengen würde.

4. Was heißt Nörgeln auf Englisch?

Für das Wort „Nörgeln“ gibt es im Englischen keine eindeutige Übersetzung. Das Verb „nörgeln“ wird im Englischen zumeist mit „to nag“, „to niggle“ oder mit „to carp“ übersetzt. Weitere mögliche Übersetzungen sind „to beef“, to bitch“ „to gripe“, „to grizzle“, „to grouse“, „to cavil“, „to whine“, „to cavil at“, „to grouche“, „to grumble“ oder „to have a whinge“ wobei Letzteres nur im britischen Englisch Verwendung findet.

Die am häufigsten vorkommende Übersetzung für das Hauptwort beziehungsweise Nomen „Nörgeln“ ist „grumbling“ was man wiederum mit Murren, Schimpfen oder eben Nörgeln zurück übersetzen kann. Weitere mögliche Übersetzungen sind „nagging“, „bitching“, „carping“ und „grouchiness“.

5. Welche Wörter reimen sich auf das Wort Nörgeln?

Das Wort „nörgeln“ beschreibt eine pessimistische, negative oder ablehnende Einstellung. Nörgeln gehört zum Leben, jeder Mensch meckert manchmal herum. Ständige Nörgler allerdings beschweren sich über alles und jeden: Es ist zu kalt. Es regnet schon wieder. Mein Gehalt ist zu niedrig… Deshalb sind chronische Miesmacher im Berufsleben oder Freundeskreis oftmals unbeliebt.

Auch der Liebe schadet anhaltendes Nörgeln. Hier raten Psychologen, negative Kritik in ein positives Feedback umzuwandeln. Während Kritik eine Person abwertet („Was hast du denn schon wieder gemacht?“), erlaubt ein Feedback ein besseres Miteinander („Wir könnten das mal so probieren“).

Der Nörgler selbst sollte versuchen, weniger perfektionistisch zu sein. Es wird nie einen Idealzustand geben. Zufriedenheit heißt das Zauberwort.
Der Umgang mit einem Miesepeter ist meist anstrengend und schwer.
Man kann dem Nörgler aus dem Weg gehen oder die Konfrontation suchen. Das ist jedoch schwierig, deshalb ist es oft besser, dem Miesmacher mit Humor zu begegnen. Das könnte in Form eines Gedichts geschehen.

Nörgeln hat aber keine direkten Reimwörter. Es gibt jedoch Begriffe, welche auch auf „eln“ enden und sich somit ein wenig auf „nörgeln“ reimen, zum Beispiel „sammeln“, „umwandeln“ oder „angeln“.
So entsteht dieser Vierzeiler:

Man kann Glück nicht konservieren.
Aber jeder kann probieren,
nicht ständig zu nörgeln,
sondern viele glückliche Momente zu sammeln.

Es ist auch möglich, das Wort „nörgeln“ nicht am Ende einer Zeile unterzubringen, sondern an einer beliebigen Stelle der Strophe wie in diesem Beispiel:

Man soll nicht nörgeln über diese Welt.
Sie ist so schön, das hab ich festgestellt.
Drum genieße auch du das bunte Leben.
Es bringt dir nichts, nach Perfektion zu streben.

Eine andere Variante ist das Ändern des Wortstamms: Aus „nörgeln“ wird „Nörgelei“ wie in diesem kleinen Gedicht:

Viel zu kurz ist das Leben
für Zank und Nörgelei.
Nach Freude zu streben,
macht uns glücklich und frei.